Abmahnungen Filesharing

In letzter Zeit habe ich es wieder verstärkt mit Abmahnungen zum Filesharing (vereinfacht ausgedrückt: Musik- oder Film-Download, der über einen öffentlich zugänglichen Server auch anderen zur mittels Upload während der Ladezeit zur Verfügung gestellt wird) zu tun. Dabei geht es teilweise um Handlungen, bezüglich derer Unterlassungs- und Schadensersatzforderungen längst verjährt sind - allerdings mit einer Ausnahme: der fiktiven Lizenzgebühr als Restschaden. Die wird gerne mal von den Vertretern der Film- / Musikindustrie auf 600,00 Euro beziffert - selbst bei einem Verkaufspreis von 12,99 Euro. Dabei schlagen Gerichte dann 50% als Vergleich vor. Richtig wäre es nach Ansicht einiger Instanzgerichte, einen Teil (!) des Verkaufspreis, die Schnelligkeit des DSL-Anschlusses, die darauf und auf der Dateigröße (oft etwa 2 Gigabyte) basierende Download-Zeit, die Dateigröße und die geschätzte Zahl der Upload-Nutzer in die Berechnung einzustellen. Gerade erst habe ich dies den Vertretern der Inhaberin der Rechte vorgerechnet, und siehe da, es wurden in der außergerichtlichen Korrespondenz 100,00 Euro daraus.


Lassen Sie sich also bitte erst beraten, bevor Sie von 1.200,00 Euro auf 600,00 Euro gehen, weil die Gegenseite hoch unverschämt herangeht, für das Gericht ein Vergleich bequem ist und Sie irrigerweise annehmen, ein Schnäppchen gemacht zu haben.